gruene.at
Navigation:
am 31. Jänner

Energieforschungsprojekt bohrt am NÖM-Areal

Grüne Baden RED - nachhaltige Wärme- und Kälteversorgung für das Martinekareal

Gerhard Bartak, Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Bürgermeister Stefan Szirucsek, Projektleiterin Edith Haslinger und Koordinator in Baden, Gerfried Koch, bei der Forschungsbohrung.

Seit 2018 forschen 8 Forschungsinstitutionen an den Möglichkeiten einer künftigen erneuerbaren Energieversorgung des Areals der ehemaligen Martinek-Kaserne. Seit gestern wird in die Tiefe gebohrt. Das Forschungsprojekt SANBA, mit Fokus auf Niedertemperaturnetzen, auch Anergiesysteme genannt, ist eines der größten Forschungsprojekte, die bisher im Stadtgebiet Baden durchgeführt wurden. Untersucht wird eine künftige, erneuerbare Wärmeversorgung des ehemaligen Areals der Martinek-Kaserne in Baden. 

Das Projekt wird von einem Konsortium an renommierten Institutionen umgesetzt. Unter der Federführung des AIT (Austrian Institute of Technology GmbH) forschen an dem Projekt unter anderem die TU Wien, die Geologische Bundesanstalt oder die Montan-Universität Leoben. Mit im Projektteam sind die Stadtgemeinde Baden und die NÖM AG.

Probebohrung gestartet

Am 21. Jänner hat das Forschungsteam mit einer Probebohrung am NÖM-Areal begonnen. Geprüft werden die Eigenschaften des Untergrundes in Hinblick auf die Eignung als Wärme- und Kältespeicher. Bürgermeister Dipl.-Ing Stefan Szirucsek, Vizebürgermeisterin Dr. Helga Krismer und der Projektkoordinator der Stadtgemeinde, Dr. Gerfried Koch, haben sich vor Ort ein Bild über die Forschungsaktivitäten gemacht.

Als Basis der Energie- und Sanierungs-Berechnungen wurden von den ForscherInnen drei konkrete Szenarien der Arealentwicklung definiert. Diese reichen von der exklusiven Nutzung der denkmalgeschützten, sanierten Bestandsgebäude ohne neue Gebäude, bis hin zu einer verdichteten Bebauung mit Mischnutzung. Ergänzend zur technischen Analyse und Planung erfolgt weiters eine betriebswirtschaftliche Analyse, bei der die spezifischen Kosten der unterschiedlichen Energiedienstleistungen für diese drei Entwicklungsszenarien ermittelt und vergleichend gegenübergestellt werden.

Anergienetze, also wasserbasierte Wärme- bzw. Kältenetze, welche den Energietransport annähernd auf Umgebungstemperatur bewerkstelligen, werden in den letzten Jahren immer öfter als zukunftsfähige Systeme für eine nachhaltige Bereitstellung von Wärme- und Kältedienstleistungen diskutiert und demonstriert. Die Vorteile von Anergienetzen sind dabei vielfältig und reichen vom äußerst verlustarmen Energietransport in entsprechenden Netzen, der Möglichkeit der Nutzung von industrieller Abwärme auf geringem Temperaturniveau oder der Möglichkeit der Wärme- und Kältespeicherung in großvolumigen Erdsondenspeichern. Im Projekt SANBA werden konkrete Niedertemperaturnetze anhand des Martinek-Areals und der Niederösterreichischen Molkerei (NÖM AG) untersucht. Das Martinek-Areal weist eine Gesamtfläche von ca. 40 ha auf und kann als attraktives Stadterweiterungsgebiet gesehen werden. Der denkmalgeschützte Gebäudebestand am Areal aus den 1930er Jahren, harrt seit 2014 auf eine Alternativnutzung und die Gebäudesubstanz leidet unter enormen Verfall und Vandalismus.

Die Klima- und Energiemodellregion Baden ist mit diesem Projekt wieder einmal Vorreiter unter den Gemeinden in Österreich, wenn es um innovative Energiekonzepte geht. Man kann gespannt sein auf die Ergebnisse und Empfehlungen aus diesem Forschungsprojekt.