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am 2. Oktober

Weiki-Mobil 2018

GRÜN PRESS - Bürgerbeteiligung bei Mobilität im Schulalltag - Schule weikersdorf Baden

Die Stadtgemeinde Baden hat in Kooperation mit der Volksschule Baden-Weikersdorf mit dem Projekt Weiki-Mobil neue Maßstäbe gesetzt: Bürgerbeteiligung bei Verkehrsprojekten wie im Lehrbuch.  

Im Rahmen des Mobilitätsprojekts „Weiki-Mobil“ wurden in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit SchülerInnen, Eltern, Anrainern und Pädagoginnen viele Einzelmaßnahmen diskutiert, geplant und umgesetzt. Die bisher größte Maßnahme ist der Rückbau der Radetzkystraße vor der Schule. Dadurch ist ein Halten der Elterntaxis vor der Schule nicht mehr möglich und die Kinder bekommen mehr Bewegungsraum und Sicherheit. Hauptziel des Projekts ist es, weniger Autoverkehr und mehr Sicherheit für alle rund um die Volksschule Weikersdorf zu erreichen.

Bürgermeister Dipl.-Ing. Stefan Szirucsek und Vizebürgermeisterin Dr. Helga Krismer konnten sich am 28. September gemeinsam mit vielen StraßenfestbesucherInnen von den Ergebnisse überzeugen: „Die Sicherheit der Kinder ist uns wichtig, aber auch die Gesundheit und Bewegung. Darum danken wir den SchülerInnen, Eltern und Lehrerinnen, dass sie uns Verbesserungsvorschläge unterbreitet haben, welche wir gemeinsam rasch umsetzen konnten. Weiki-Mobil ist ein vorbildhaftes Projekt auch für andere Schulstandorte.“

Bisher umgesetzte Maßnahmen:

  • Rückbau der Radetzkystraße zwischen Friedrichstraße und Sandwirtgasse. Dadurch mehr Platz für die Kinder, kein Halten von Autos vor der Schule und mehr Sicherheit.
  • Entschärfung von gefährlichen Stellen entlang der Schulwege (z.B. beim Schutzstreifen vor der Esplanade).
  • Wartehäuschen für die Bushaltestelle vor der Schule.
  • Scooterständer in Ergänzung zur Radabstellanlage errichtet.
  • Umfassende und regelmäßige Information und Beratung der Eltern.
  • Drei Pedibus-Linien wurden errichtet und sind in Betrieb. Ein Pedibus ist ein „Autobus auf Füßen“, bei dem Eltern Kinder entlang festgelegter Schulwegrouten begleiten.
  • Geschwindigkeitsanzeige warnt „Zu-Schnell-Fahrer“ vor der Schule.
  • AUVA-Radworkshops.

Das Projekt „Weiki Mobil“ wurde 2017 auch mit dem renommierten VCÖ-Mobilitätspreis ausgezeichnet.

Am Freitag, den 28. September fand aus diesem Anlass das Weiki-Mobil-Straßenfest vor der Schule in der Radetzkystraße statt. Mit Unterstützung des Elternvereins und des Energiereferats wurde mit vielen BesucherInnen ein buntes Mobilitäts-Fest gefeiert. Auch Anrainer und Interessierte sind gekommen. Dabei durfte die Aktion „Blühende Straßen“ nicht fehlen. Die Kinder verwandelten den grauen Asphalt in eine bunte Straßenmalerei. Die Projektpartner Klimabündnis, eNu, NÖ Regional, AUVA, Stadtpolizei und Energiereferat informierten.

In Niederösterreich wird jedes fünfte Kind mit dem Auto zur Schule gebracht. In Baden sind es rund 35% der SchülerInnen in den Volksschulen. Das Projekt „Weiki-Mobil“ zeigt Alternativen zum Elterntaxi auf und setzt Maßnahmen für mehr Sicherheit unserer Kinder. Der Weg zur Schule bringt wichtige Bewegung mit sich, die noch dazu gratis ist. Die Kinder brauchen Bewegung, um lernen zu können und das Gelernte zu verarbeiten. Bewegung lässt Gehirnverbindungen entstehen, weswegen aktive Bewegung der Kinder für die Gehirnentwicklung essentiell ist. Gehen tut dem Kopf einfach gut. Wissenschaftliche Untersuchungen, welche die Lernleistung von Kinder, die zu Fuß oder mit dem Elterntaxi zur Schule kamen, verglichen, ergaben ganz klar: Die Kinder, welche zu Fuß unterwegs waren, hatten bessere Lernergebnisse.

Benefit des Schulweges:

  • Kinder sammeln Erfahrungen: Das Abschätzen lernen von Distanzen, wirkt sich auf die Sprache aus.
  • Durch Radfahren lernen Kinder das Gleichgewicht zu halten.
  • Beim zu Fuß gehen am Weg zur Schule oder nach Hause werden Aggressionen abgebaut.
  • Kinder können dann ruhiger sitzen und sind konzentrierter.
  • Kinder lernen durch Spiegeln des Verhaltens der Erwachsenen. Eltern und Erwachsene sind daher wichtige Vorbilder.​


Kinder der 4c mit Bürgermeister Dipl.-Ing. Stefan Szirucsek, Vizebürgermeisterin Dr. Helga Krismer, Dr. Gerfried Koch und Peter Jahn (AUVA)