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am 5. Jänner 2017

Weltkulturerbe - Licht und Schatten

- Grüne Baden in Hallstatt

Vlnr: Rosa Wimmer, GR Christian Ecker, Bgm. Axel Scheutz, Vize-Bgm. Helga Krismer, Herbert Först, GR Martina Weißenböck

An die zehn europäischen Kurorte sollen im Jahr 2018 als „Europäische Kurbäder“ UNESCO-Weltkulturerbe werden, um die historische Einzigartigkeit der Bäderkultur darzustellen. Wenn es nach den Plänen der ÖVP geht, soll Baden einer dieser ausgezeichneten Kurorte werden. Die Grünen haben zur Frage „Weltkulturerbe – ja oder nein?“ noch keine endgültige Position gefunden. „Sich auf so einen Prozess einzulassen bedeutet, alle Für und Wider abzuwägen, und das habe ich bisher vermisst“, kritisiert Herbert Först. Das war für eine Gruppe der Grünen Baden auch Anlass genug, am 20. Dezember nach Hallstatt zu fahren, um sich über Vor- und Nachteile für eine Weltkulturerbegemeinde zu informieren. Hallstatt ist mit drei anderen Gemeinden der Dachsteinregion seit fast 20 Jahren Weltkulturerbe.

Das Gespräch mit Bürgermeister Axel Scheutz und der Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Rosa Wimmer war dann auch sehr ergiebig. Für Hallstatt steht außer Zweifel, dass die UNESCO-Auszeichnung einen enormen Impuls für den Tourismus der Gemeinde und der gesamten Region auslöste. Speziell für asiatische Gäste ist Hallstatt zu einer attraktiven Destination geworden. Als besonders wertvoll strich der erfahrene Regionalpolitiker Scheutz auch hervor, dass mit der Auszeichnung „Weltkulturerbe“ beachtliche Investitionen durch das Land Oberösterreich in die Region flossen.

Das Gespräch im Rathaus ergab aber auch, dass eine Weltkulturerbegemeinde natürlich auch spürbar an Gestaltungsfreiraum verliert. „In Baden würden wir neben Bundesdenkmalamt und Schutzzonen-Bestimmungen noch eine zusätzliche Instanz bekommen, die prüft. Das stößt bei einigen in unserer Gruppe auf Skepsis“, gibt Först zu bedenken, der aber in der Vernetzung mit anderen europäischen Kurorten und der wahrscheinlich eintretenden touristischen und kulturellen Fokussierung eine verlockende Chance für Baden sieht. „Was wir aber auf keinen Fall wollen: unsere Stadt als museale Attraktion bewahren zu müssen, denn Baden braucht mehr denn je Weltoffenheit und Erneuerung“, sind sich die Grünen einig, die sich nun den längst fälligen breiten Meinungsbildungsprozess und einen Beschluss im Gemeinderat erwarten. „Es kann ja nicht sein, dass ein enger Zirkel eine derart weitreichende Entscheidung im Alleingang trifft“, meint Herbert Först abschließend.