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am 19. September

Plastikfrei leben

Susanne Lambropoulos - Gemeinderätin Susanne Lambropoulos versucht`s

Ich bemühe mich seit vielen Jahren, Plastik in meinem Haushalt zu vermeiden. Es ist nicht so schwer, wie man meint, aber leider: ganz weglassen kann man es nicht.

Ich lebe einen recht rustikalen Stil.

  • In der Küche verwende ich Arbeitsgeschirr aus Email oder Nirosta. Die Emailsachen stammen von Flohmärkten oder sind geerbt. Natürlich sind sie nicht ganz einwandfrei, das macht den Charme aber aus. Schüsseln, Trichter, Messbecher, Deckel: alles plastikfrei. Kühlschrankgeschirr gibt es inzwischen aus Glas mit Bambusdeckel. Tiefkühldosen leider nicht. Ich schneide auch auf Holzbrettern. Sie haben natürlich Abrieb, aber lassen sich leicht sauber halten, das Tannin im Holz desinfiziert. Die Gefäße für Lebensmittel sind aus Metall oder Glas. Inzwischen gibt es in verschiedenen Märkten auch neue Emailsachen.
  • Bei mir gibt es auch keine Küchenrolle. Geputzt wird mit Tüchern, die vorzugsweise nicht aus Microfaser sind. Einmalverwendung von Tüchern wird generell vermieden. Papierservietten, wenn sie nicht zu schmutzig sind, kann man immer noch ins Kompostküberl legen und dann entsorgen. Die Putzmittel sind natürlich biologisch oder selbstgemacht: Holzasche reinigt Backbleche besser als jedes giftige Putzmittel.
  • Ich versuche, Plastikverpackungen beim Einkaufen zu vermeiden, muss aber zugeben, dass ich es nicht ganz schaffe. Leider sind auch biologische Lebensmittel oft in Plastik verpackt. Und Geschäfte, die verpackungsfrei verkaufen, oft teuer oder weit weg. Natürlich: teure Lebensmittel verhindern Verschwendung! In meinem Fall – ich verschwende sowieso nichts.
  • Im Bad ist „Plastikfrei“ viel schwieriger. Man kann leider Shampoo und Duschgel nicht offen kaufen, und wenn man es umfüllt, bleibt immer noch die Plastikflasche übrig. Es gibt aber Haarseife und normale Seife. Das ist Gewöhnungssache. Aber zumindest kann man ohne Plastik einrichten: die Badewanne, die Duschwand, das Waschbecken. Pads nähen aus alten Frotteehandtüchern und mit der 60 Grad Wäsche in einem Sackerl waschen ist sehr einfach.
  • Im Wohnzimmer geht’s auch ohne Plastik. Polsterfüllungen und Matratzen sind alt, geerbte Federpolster oder Rosshaarmatratzen. Nur die beiden modernen Sessel haben die übliche Schaumstoffpolsterung. Auch ein paar Kunststoff - Dekogegenstände habe ich nicht entsorgt, sie sind noch schön, obwohl sicher 20 Jahre alt.
  • In meinem Garten wird man Plastikblumentöpfe vergeblich suchen. Auch wenn sie leicht zu tragen und frostfest sind.

Zum Schluß: Wenn jemand glaubt, jetzt alles Plastik rauswerfen zu müssen, weit gefehlt. Ersetzt wird, was kaputt ist und nicht früher.