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am 16. November 2018

Ausbildung statt Abschiebung

Martina Nouira-Weissenböck - NÖ Wirtschaft und Badener Gemeinderat für Ausbildung statt Abschiebung


 Badens Wirtschaftsstadträtin Mag. Carmen Jeitler – Cincelli ist weder für noch gegen den Antrag zum Thema „Ausbildung statt Abschiebung“, der in der Sitzung des Gemeinderates am 13. November 2018 beschlossen wurde.

„Ausbildung statt Abschiebung“ ist eine überparteiliche Initiative, die fordert, dass Asylwerber und Asylwerberinnen, die gerade eine Lehre in Mangelberufen absolvieren, diese jedenfalls und unabhängig vom Ausgang des Asylverfahrens abschließen können. Dies wurde schon 2012 zugesagt, unter dem jetzigen Innenminister Herbert Kickl aber aufgekündigt. So gehen der österreichischen Wirtschaft dringend benötigte Fachkräfte verloren, denn schon 2020 werden 29.000 Fachkräfte fehlen.  NÖ Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl, der Österreichische Wirtschaftsbund, die Industriellenvereinigung, Landeshauptleute quer durch die politischen Lager, namhafte Unternehmen wie REWE, Kapsch und Tausende weitere KMUs, sowie hunderte Gemeinden österreichweit sprechen sich für diese wirtschaftsfördernde Maßnahme aus.

„Das deutsche „3 plus 2“ Modell ermöglicht, dass Asylwerbende jedenfalls die Lehre fertig machen dürfen, und dann noch 2 Jahre in Beschäftigung bleiben dürfen, bevor sie wegen negativem Bescheid das Land verlassen müssen. Der Vorteil ist, dass die Lehrlinge mit Abschluss maximal 2 Jahre dem Betrieb etwas zurückgeben können. Und für den Menschen ist es ein Gewinn, wenn er Fachwissen mit in seine ehemalige Heimat nimmt“, erläutert Martina Weißenböck, Klubobfrau der Grünen Baden.

„Und Badens Wirtschaftsstadträtin, die auch stellvertretende Generalsekretärin des Österreichischen Wirtschaftsbundes ist, verlässt bei Verlesung des Antrags den Sitzungssaal und enthält sich bei der Abstimmung der Stimme?“, wundert sich Weißenböck. „Was ist das für ein Signal an die Wirtschaft, deren Interessen Jeitler-Cincelli vorrangig vertreten soll? Mit Ideologie werden die brennenden Fragen wie der Fachkräftemangel jedenfalls nicht gelöst werden.“