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am 20. Mai 2016

Ganz Baden ist Garten

Martina Nouira-Weissenböck - Wirtschafts- und Klimafaktor, neue Initiativen für Stadtbild und Bürgerbeteiligung

Baden kann zurecht stolz auf seine einzigartigen Parks und Gärten sein. Sie tragen wesentlich zu dem Ruf bei, den sich die Kurmetropole national und international als „Lebens-Stadt“ erworben hat. Eindrucksvoll sind die Zahlen, die hinter diesen Attraktionen für Besucher und Bewohner der Stadt stecken:

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtgartenamtes betreuen und pflegen 90 ha Parkanlagen, 3 ha Spielplätze und 200 ha Wald. 123.000 Arbeitsstunden werden dafür jährlich aufgewendet, über 120.000 Blumen werden im Lauf des Jahres im gesamten Stadtgebiet gepflanzt.

„Ich möchte heute ein zweifaches Danke sagen: An unsere Bürgerinnen und Bürger, die mit der Pflege ihrer privaten Anlagen viel zum Stadtbild beitragen. Und an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtgartenamtes, die unermüdlich für die Grünraumpflege im öffentlichen Bereich tätig sind“, betont Stadtrat Rudolf Gehrer.

Auf die Bedeutung der Park- und Gartenanlagen für Wirtschaft und Tourismus verweist GR Martina Weißenböck. 2016 gibt es in diesem Zusammenhang besondere Schwerpunkte: Im Rahmen des NÖ Gartensommers und der Kaiserhaus-Ausstellung „Gartenmanie der Habsburger“ finden über 200 Veranstaltungen statt. Höhepunkte dabei sind unter anderem die Badener Rosentage, die Veranstaltung „Wein im Park“ oder die Mondschein-Picknicks im Rosarium.

Herausragend in Baden ist auch die ökologische Pflege historischer Gartenanlagen. Sowohl im Kurpark wie auch im Doblhoffpark wird auf Torf, Pestizide und synthetische Dünger verzichtet, Baden erfüllt damit die „Natur-im-Garten-Kriterien“. Der Baumbestand in Baden leistet auch einen wichtigen Beitrag zum Kleinklima. GR Martina Weißenböck: „Ein einziger Baum verarbeitet täglich 6 kg giftiges CO2 und filtert 7.000 kg Staub im Jahr. Bei Hitzeperioden liegen die nächtlichen Temperaturen um 2-3 Grad unter denen von Wien, was wesentlich zur Lebensqualität beiträgt.“

GR Helmut Hofer-Gruber streicht die Bedeutung des Badener Grünraums als Naherholungsgebiet für Familien heraus. So laden rund 80 km gepflegte Waldwege und über 80 km Wanderwege zur Freizeitgestaltung ein. Dazu kommen Badens attraktive Spielplätze für Kinder und Jugendliche.

Die Stadtregierung kündigt auch neue Initiativen für das Stadtbild an und setzt hier voll auf Bürgerbeteiligung:

Unter dem Motto „Badener gestalten Baden“ können die Bürgerinnen und Bürger von Baden bestimmen, welche Pflanzen im nächsten Jahr vorwiegend im gesamten Stadtgebiet ausgesetzt werden sollen. Dazu wurde vor dem Wirtschaftsservice am Brusattiplatz ein Hochbeet mit vier Musterpflanzen aufgestellt. Alle Badenerinnen und Badener können dort bis 17. Juni 2016 mit Kärtchen ihre drei bevorzugten Pflanzen auswählen. Im Herbst werden diese dann gezogen, um ab dem Frühjahr 2017 ausgesetzt zu werden und das Stadtbild zu prägen.

Geprägt wird das Stadtbild auch durch viele kleine Grünanlagen, die künftig unter Miteinbeziehung der Bürgerinnen und Bürger noch erweitert werden sollen: „Unter dem Titel „Garten für alle“ wird die Stadtgemeinde im kommenden Jahr im Stadtgebiet mehrere öffentliche Flächen zur Verfügung stellen. Dort können Privatpersonen, aber auch Vereine und Organisationen Blumen, Pflanzen und Kräuter anbauen, betreuen und natürlich auch ernten“, so Hofer-Gruber. Gedacht ist diese Initiative insbesonders für all jene, die zu Hause keinen eigenen Garten haben. Auch in der Nähe von Wohnanlagen sollen solche Kleingärten angeboten werden. Nähere Details dazu werden im Herbst präsentiert.


Grünanlagen und Klimaeffekt

Urbane Ballungsräume sind durch die Klimaveränderung immer stärker durch Hitzeereignisse betroffen. Sogenannte Tropentage nehmen zu und es gab auch in Baden 2015 mehr als 30 Tropentage.

Daher werden Maßnahmen zur Regulierung des städtischen Klimas immer wichtiger.

In der Stadtplanung spielt dabei die ausgleichende Wirkung von Grünanlagen und Waldbereichen eine besondere Rolle.

Die Parks und Gärten wirken vor allem auf die nähere Umgebung positiv als Temperaturregulator und haben einen Kühlungseffekt.

Baden hat durch seinen großen Anteil an Grünflächen und durch den Baumbestand im Stadtgebiet, aber auch durch den unmittelbar angrenzenden Wienerwald, bei Hitzeperioden um 2-3 Grad niedrigere Nachttemperaturen als Wien.

Dieser positive Effekt wirkt sich auf das Wohlbefinden aus. Insbesondere ältere Personen, Kleinkinder aber auch Kurgäste sind davon besonders betroffen.

Ein zusätzlich positiver Effekt ist die nicht versiegelte Bodenfläche in den Gärten. Damit kann Regenwasser gespeichert werden und die Wärmestrahlung wird herabgesetzt. Baum- und Strauchbestände erhöhen die Verdunstung, was sich ebenfalls positiv auf das Stadtklima auswirkt.

Die Gärten, Parks und der Wald verbessern zudem die Biodiversität und Luftverschmutzung.

Baden, 20.5.2016